Wo Kinder wieder lachen können in Tschetschenien/Deutschland: Barbara Gladysch

Friedenspreisgewinnerin 2005, Kategorie "Die unbekannte Friedensarbeiterin"

Barbara Glaydysch mit Kindern in Tschetschenien

In einer Wüste aus Geröll, Ruinen, versteckten Minen, aber auch einer Wüste aus Beziehungslosigkeiten, der traurigsten Einsamkeit und der lautlosen Schreie gründet Barbara Gladysch mit ihrem englischen Freund Chris Hunter und tschetschenischen Freunden das erste Rehabilitationszentrum für traumatisierte Kinder in Grosny.

Swodotschka - „Kleiner Stern", so soll die Einrichtung heißen, hier soll es Geborgenheit, Licht und Schutz geben und Kindern die Sprache, der Schlaf und das Lachen zurückgegeben werden.

Ende 1999 fallen zum zweiten Mal Bomben auf die Ruinenstadt. 400000 Menschen fliehen in die Nachbarrepublik Inguschetien, in die riesigen Flüchtlingscamps. Barbara besucht regelmäßig unter abenteuerlichen Bedingungen die Flüchtlinge in den Zeltstädten. Mit Hilfe von Spendengeldern baut sie in den Lagern Kinderzelte auf, kauft vor Ort, was gebraucht wird, unterstützt die Therapeutinnen und Betreuerinnen bei ihrer schwierigen Arbeit. 2003 werden die Flüchtlingslager aufgelöst und die Menschen zurück nach Grosny geschickt. Auch in Grosny gibt es jetzt wieder „Kleine Sterne", an über 25 Stellen in der mit Minen verseuchten Stadt. Diese Points sind liebevoll eingerichtete, kleine provisorisch wiederhergestellte Räume in Ruinen, die die Kinder eines jeden Stadtteils aufsuchen können. Ein neues Haus als zentrale Anlaufstelle und als Rückzugsort für Kinder, die besondere Betreuung außerhalb ihrer Familien brauchen, wird zur Zeit gebaut.