Kämpferin für den Frieden in Großbritannien / Tschetschenien: Roswitha Jarman

Friedenspreisgewinner 2005, Kategorie "Die unbekannte Friedensarbeiterin"

Roswitha Jarman besitzt einen tiefen Glauben an das Heilmachende, das Göttliche in uns, wodurch sie einen Weg in der Friedensarbeit weist, uns als Teil eines Ganzen zu verstehen, das jedem Menschen, jedem Geschöpf Würde verleiht. Ihr Lebensweg macht Mut, an die Kraft der kleinen Schritte zu glauben und diese immer wieder von neuem zu beginnen.

Aufgrund einer Initiative von lokalen Ärztinnen und Lehrerinnen wurde 1995 in Tschetschenien mit Unterstützung von holländischen Kirchen die NGO Agency of Rehabilitation and Developmet (ARD-DENAL) gegründet. Roswitha Jarman baute auf Bitten der NGO gemeinsam mit einer Ärztin aus Grosny 1996 eine Gruppe von Therapeutinnen auf, die sich um die kriegsgeschädigten Kinder kümmern.

Roswitha Jarman ist Trainerin für Konfliktfragen und Trauma-Arbeit. Als solche stellte sie ihr Wissen und ihre Lebenserfahrung zur Verfügung, um mit Ärztinnen, Lehrerinnen, Studentinnen zu Fragen der Konflikttransformation zu arbeiten und die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen wie z.B. DENAL zu unterstützen. Sie reiste zwischen den Fronten hin und her und war im Gespräch mit Menschen der untereinander verfeindeten Volksgruppen. Als Friedensfachkraft, die von außen kommt, geht es ihr um ein tiefes, aktives Zuhören, das den Menschen ihre Würde zurückgibt, so dass diese lernen, das Erlebte in den Griff zu bekommen, um dann selber zu entscheiden, was zu tun ist.

In den Berichten von Roswitha Jarman über ihre Friedensarbeit im Nordkaukasus leuchtet die Würde und Schönheit der Frauen hindurch, mit denen sie zusammenarbeitet. Diese Berichte lassen uns teilhaben an den Begegnungen, die Roswitha Jarman in Tschetschenien, Ossetien und Inguschetien erfährt; gleichzeitig sind sie eine beeindruckende Begegnung mit Roswitha Jarman selbst.