Hoffnungsträgerin vieler Flüchtlinge in Australien: Susan Gilbey

Friedenspreisgewinnerin 2009, Kategorie "Die unbekannte Friedensarbeiterin"

Sue Gilbey beim wöchentlichen Radioprogramm über Frieden und Soziale Gerechtigkeit

Die Australierin Susan Jennifer Gilbey ist keine Juristin. Dennoch erstritt sie für viele Asylsuchende vor Gericht eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis und setzt sich vielerorts für Frieden ein.

Australien - ein Kontinent voller Naturschönheiten, jedes Jahr Traumziel für Millionen Touristen. Doch wer nicht als Urlauber kommt und dauerhaft dort bleiben möchte, hat es schwer. Die australische Asylpolitik ist restriktiv, Susan Jennifer Gilbey weiß das nur zu gut. Der Einsatz für Menschen, die oft als Kriegsflüchtlinge oder politisch Verfolgte ihre Heimat hinter sich ließen, ist ein wichtiger Teil ihres Lebens.

Ihr Engagement für Asylsuchende begann in einer Situation, in der andere Menschen wohl verzweifelt wären: Ein schwerer Unfall ließ sie mit einer bleibenden Behinderung und dauerhaften Schmerzen zurück. Doch anstatt sich zurückzuziehen, trat Susan Jennifer Gilbey dem „Australian Peace Commitee" bei. Es war eine Zeit, in der die australische Politik wegen ihres inhumanen Umgangs mit Asylsuchenden immer stärker in die Kritik geriet. Eine Protestbewegung setzte ein. Anwälte arbeiteten ohne Honorar, um inhaftierte Asylsuchende vor dem Flüchtlingstribunal zu vertreten.

Sue Gilbey

Viele Flüchtlinge bekamen in den Prozessen eine befristete Aufenthaltserlaubnis erteilt. Die Regierung verwehrte ihnen jedoch Prozesskostenhilfe, so dass die Chancen auf eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis gegen null tendierten. Einige Anwälte wollte dennoch nicht aufgeben. Sie boten ehrenamtlichen Helfern ein Training an, damit diese als Anwaltsgehilfen die Interessen der Flüchtlinge vertreten konnten. Susan Jennifer Gilbey war die Erste, die ein solches Training absolvierte. Mit Erfolg. Vor Gericht erstritt sie für zahlreiche Asylsuchende eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis und ebnete ihnen damit den Weg in eine bessere Zukunft.

Zu vielen ihrer „Mandanten" hat sie bis heute Kontakt, unter anderem auch zu einer einstigen Flüchtlingsfamilie aus dem Sudan, die sie bei sich zuhause aufgenommen hatte. Susan Jennifer Gilbey ist in zahlreichen nationalen und internationalen Initiativen und Netzwerken aktiv. Sie gehört außerdem zu den Moderatorinnen von „A Peace of the Action", einem kommunalen Radioprogramm, dessen Themen sich rund um Frieden, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit in aller Welt drehen. Zudem setzt sie sich mit Leidenschaft gegen die Diskriminierung von Australiens Ureinwohnern, den Aboriginees, ein. Doch so unterschiedlich ihre Einsatzfelder auch sein mögen - Susan Jennifer Gilbeys Überzeugung, die dahinter steht, ist immer dieselbe. Es ist die Überzeugung, dass gesellschaftliches Engagement der einzige Weg ist, um die Welt ein wenig menschenfreundlicher zu gestalten.