Für die Rechte von Flüchtlingen in Europa: Farah Abdullahi Abdi

Friedenspreisträger 2015, Kategorie "Der unbekannte Friedensarbeiter"

Mutig prangert er Menschenrechtsverletzungen an Flüchtlingen an und kämpft für die Würde von Migrantinnen und Migranten: Farah Abdullahi Abdi aus Somalia. In einem Blog berichtet der junge Mann von den Problemen Asylsuchender, deren Stimme er auch vor der Europäischen Union vertritt.

Er ist der Hoffnungsträger vieler Menschen, denen es schwer fällt, ihre Stimme zu erheben: Farah Abdullahi Abdi, ein junger Flüchtling aus Somalia, der für ein Leben in Europa Monate voller Strapazen auf sich genommen hat. Seine Flucht führte Farah von Kenia über Uganda, den Südsudan und Libyen nach Malta, wo er sich heute für die Rechte und die Anerkennung Asylsuchender einsetzt.

Odyssee der Demütigungen

1995 in Zentralsomalia geboren, wuchs Farah Abdullahi in Kenia auf. Schon früh wurde er sich seiner sexuellen Orientierung bewusst. Weil Homosexualität in vielen afrikanischen Ländern unter Strafe steht, verließ er mit 16 Jahren seine Heimat in Richtung Europa. Auf der Flucht durch mehrere Länder geriet er in Gefangenschaft; er wurde körperlich misshandelt und schuftete monatelang ohne Lohn auf Baustellen – bis es ihm gelang, von Libyen aus über das Mittelmeer nach Malta zu fliehen.

Obwohl er minderjährig war, wurde Farah in Malta unter Hausarrest gestellt. Man ließ ihn schnell wieder frei – weil er gut Englisch sprach und geschickt kommunizieren konnte. Doch ihm war bewusst geworden, dass die Würde von Flüchtlingen auf europäischem Boden permanent verletzt wird. Deshalb veröffentlicht er regelmäßig auf dem Blog von "Malta today" und wurde zur Stimme vieler Migrantinnen und Migranten, deren Probleme er schildert.

Für Menschenrecht und Menschenwürde

Farah AbdiSeine Homosexualität muss Farah heute nicht mehr geheim halten, und auch die Demütigungen ausbeuterischer Arbeit hat er hinter sich gelassen. Was bleibt, ist die Bedrohung durch Einheimische – weil er dafür kämpft, dass er und andere Asylsuchende auf Malta als Mitmenschen wahrgenommen werden.

Fast täglich ist Farah wegen seines Engagements Anfeindungen, Spott und sogar Gewalt ausgesetzt. Doch entmutigen lässt er sich nicht: Mit terre des hommes plante er eine Kampagne für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Er sprach mit Mitgliedern des europäischen Parlaments und der europäischen Kommission und rief vor den Vereinten Nationen in Genf zu einem Ende der Festnahmen unbegleiteter Minderjähriger auf.
In seinem Tagebuch „Von den Ketten zur Freiheit“ berichtet Farah von den schwierigen Jahren seines jungen Lebens. Er macht sein persönliches Schicksal öffentlich und wirbt so um Verständnis – für die Nöte vieler stimmloser Flüchtlinge auf der ganzen Welt.