Interreligiöser Einsatz für Klimaschutz in Ghana: Relbonet

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Relbonet: Mitglieder pflanzen Bäume in Peki

Relbonet: Mitglieder pflanzen Bäume in Peki

In Ghana werden die Folgen des Klimawandels schon jetzt deutlich spürbar. Mit Aufklärungsarbeit und Umweltschutzprojekten setzen sich Christen, Muslime und Vertreter traditioneller Religionen gemeinsam für einen achtsamen Umgang mit der Natur ein.

Dass sich Regen- und Trockenzeiten abwechseln, ist in einem tropischen Land wie Ghana ein vertrautes Phänomen. Seit einigen Jahren haben sich die Extremwetterlagen jedoch verstärkt: Dürreperioden dauern länger an, heftige Regenfälle sorgen immer häufiger für Überschwemmungen. Diese Folgen des Klimawandels führen bei vielen Menschen in dem westafrikanischen Land zu Verunsicherung und Ängsten, Rat- und Hilflosigkeit.  

Hier setzt die Organisation Relbonet an. Relbonet („Religious Bodies Network on Climate Change“) ist ein Zusammenschluss von Vertretern christlicher Kirchen, muslimischer Verbände und traditioneller Naturreligionen in Ghana. Auf Initiative von Charles Agboklu von der Evangelisch-Presbyterianischen Kirche haben sie sich 2010 zusammengetan, um Menschen in Ghana auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten und konkrete Umweltschutzprojekte zu initiieren.

Viele Himmel – eine Erde

Relbonet: An einer muslimischen Schule wird Klimaschutz unterrichtetUnter dem Motto „Viele Himmel – eine Erde!“ arbeiten die Religionsvertreter vertrauensvoll zusammen, klären ihre Landsleute über Folgen des Klimawandels auf und erarbeiten mit ihnen konkrete Pläne, wie sie sich vor Ort auf die meteorologischen Veränderungen einstellen können.

Dabei setzen sie immer wieder auf Gemeinschaftsaktionen mit der Bevölkerung vor Ort. So pflanzten sie zum Beispiel mit Einwohnern aus dem Norden Ghanas binnen zwei Jahren mehr als 20.000 Baumsetzlinge, um zukünftige Folgen des Klimawandels abmildern zu können. Solche Aktionen haben neben dem langfristigen praktischen Nutzen auch einen unmittelbaren sozialen Effekt: Das gemeinsame Arbeiten an einem Projekt fördert Kontakte, gegenseitiges Vertrauen und das Gefühl, den Folgen des Klimawandels nicht völlig hilflos ausgeliefert zu sein. 

Klimagerechtigkeit einfordern

Relbonet: Eine von Relbonet organisierte KlimakonferenzZugleich leistet Relbonet politische Lobbyarbeit für den Klimaschutz und sucht die enge Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen. So unterstützen die Religionsvertreter unter anderem die ghanaische Regierung dabei, eine  Klimapolitik für das eigene Land und für Afrika insgesamt zu formulieren sowie auf internationaler Ebene mehr Klimagerechtigkeit einzufordern.

Mit ihren gemeinsamen Aktivitäten beweisen die Vertreter von Relbonet, dass Frieden zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften nicht nur ein abstraktes Ideal ist, sondern im praktischen, gemeinsamen Handeln gelebt werden kann. Das macht die Arbeit von Relbonet auch jenseits von Ghana zu einem Hoffnungszeichen.