Vorschlag 5: Beharrlicher Einsatz für den Frieden im Südsudan: ONAD

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"Konflikte sind unvermeidbar. Aber Gewalt ist eine Entscheidung." Davon ist Moses Monday John, Mitbegründer der Organisation ONAD, überzeugt. Beharrlich machen er und sein Team sich deshalb für einen Frieden im kriegsgeplagten Südsudan stark.

Mehr als drei Jahre dauert der Bürgerkrieg im Südsudan. 1,6 Millionen Menschen sind nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe bereits aus dem Land geflohen — vor Krieg, Hunger und Verfolgung. Vielen scheint die Lage im Südsudan angesichts der andauernden Machtkämpfe und der Konflikte mit dem Nachbarland Sudan hoffnungslos.

Doch in der Organisation ONAD (Organization for Nonviolence and Development) weigert man sich, die Hoffnung aufzugeben und wirbt weiterhin für eine gewaltfreie Konfliktlösung sowie für eine friedliche Zusammenarbeit von Nord- und Südsudan. In Workshops und Trainings vermittelt das Team von ONAD Kenntnisse über Menschenrechte, Demokratie, Partizipation und Gewaltfreiheit. Auch der interreligiöse Dialog zwischen Christen und Muslimen ist ONAD ein wichtiges Anliegen.

An die Kraft der Veränderung glauben

Zum Team gehört auch eine ehemalige Rebellenkämpferin, die in einem Dokumentarfilm und  Workshops Mut macht, an die Kraft der Veränderung zu glauben. „Ich war es gewohnt, Gewalt zu verbreiten“, sagt sie. „Aber ich weiß, dass sich Menschen ändern können, weil ich mich selbst verändert habe.“

Auch in öffentlichen Diskursen macht sich ONAD immer wieder gegen ein weiteres Aufrüsten und mehr Militärpräsenz stark. Dafür braucht das Team Mut. Denn der Krieg ist im Laufe der Zeit immer stärker eskaliert. Gewalt mit Gegengewalt zu beantworten, erscheint den verfeindeten Parteien im Land oftmals alternativlos.

Zivile Kräfte statt Militärpräsenz stärken

ONAD Südsudan: Students go publicDoch in der Bevölkerung sind viele Menschen vom Krieg zermürbt und gezeichnet. Ihr Wunsch nach Frieden ist groß. ONAD engagiert sich deshalb öffentlich für einen Waffenstillstand und dafür, dass Korridore für humanitäre Nothilfe geöffnet werden. Dabei scheut sich das Team nicht, gegen die Machthaber und verfeindete Gruppen Position zu beziehen und sie zu einem Ende der Gewalt aufzufordern. Denn nach Überzeugung von ONAD sind nur zivile Kräfte, nicht aber Militär und Waffen in der Lage, den Frieden zu sichern.

ONAD (vormals SONAD) wurde 1994 im Norden des Sudans gegründet und gehörte dort zu den wenigen zivilgesellschaftlichen Organisationen, die von Südsudanesen gegründet wurden. Die Gründer kamen vor allem aus der südsudanesischen unabhängigen Studentenbewegung und konnten sich anfangs durch kirchliche Unterstützung als Untergrundbewegung engagieren. Nach der Teilung des Landes 2011 verlagerte sich die Hauptaktivität in den Südsudan. Heute steht ONAD  stellvertretend für eine Zivilgesellschaft, die endlich Frieden im Land will.

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