Vorschlag 6: Die Entgegnung der Jugend, Deutschland - Jugend Rettet

Friedenspreis 2017: Auswahlliste Spenderpreis

Menschen in Not retten, Stellung beziehen gegen die unmenschliche Asylpolitik der Europäischen Union und ein Netzwerk aus jungen Menschen schaffen, die sich für eine lebenswerte Gesellschaft einsetzen: Hierfür steht der gemeinnützige Verein ‚Jugend Rettet‘ aus Deutschland. Ende 2015 von jungen Erwachsenen gegründet, setzt sich die Organisation für Geflüchtete ein, die im Mittelmeer in Seenot geraten.

Sie wollten nicht tatenlos zusehen, wie Menschen bei ihrem verzweifelten Versuch, Krieg und Armut zu entkommen, im Meer ertrinken. Deshalb sammelten die Gründer*innen von ‚Jugend Rettet‘ Spendengelder und erwarben im Mai 2016 ein Schiff, das sie eigenhändig umbauten. Seit Juli 2016 patrouillieren sie nun mit ihrer IUVENTA zwischen Libyen und Italien. Zu ihrem 11köpfigen Team gehören auch zwei Ärzte. Wenn die jungen Leute in Seenot geratene Boote ansteuern, leisten sie Erste Hilfe und ermöglichen den Flüchtenden eine medizinische Erstversorgung. Bei sieben Missionen retteten sie 2016 über 6500 Menschenleben.

Die Ohnmacht besiegen

Neben den Rettungsmissionen, die meist ein halbes Jahr dauern, mischt sich „Jugend Rettet“ auch politisch ein: Die jungen Menschen fordern staatliche Rettungsprogramme und die Entkriminalisierung von Flucht und Geflüchteten. Sie verstehen sich als Diskussionsplattform, die der Jugend eine Stimme gibt. Und sie wollen Zeichen setzen: Gegen Gleichgültigkeit und politische Ohnmacht — und für Solidarität und Menschlichkeit. In Berlin hat der politisch und konfessionell unabhängige Verein ein Kernteam von 10 Ehrenamtlichen aufgebaut, das selbst verwaltet arbeitet.

Botschaften streuen

‚Jugend Rettet‘ ist eine Mitmachorganisation: Junge Leute sollen die Möglichkeit haben, sich in das gesellschaftliche Geschehen einzubringen und eigene Ideen zugunsten von Menschen auf der Flucht beizusteuern.

Deshalb hat der Verein ein europaweites Netzwerk von 77 Botschafter*innen aufgebaut. In 59 Städten sammeln sie Spenden; sie organisieren Konzerte, Poetry Slams, Filme, öffentliche Diskussionen oder Benefizveranstaltungen — und machen so auf ihre Arbeit und ihre Überzeugungen aufmerksam. Mit Partnerschulen, Universitäten, Künstler*innen und Jugendorganisationen arbeiten sie eng zusammen. Gemeinsam diskutieren sie über europäische Asylpolitik und suchen nach praktischen Lösungen. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen dabei immer die flüchtenden Menschen, die Würde und Respekt verdienen.

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