Durch Musik zu Versöhnung in Kolumbien: César López

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Durch Musik zu Versöhnung in Kolumbien: César López
Mit einer zur Gitarre umgebauten Waffe kämpft César López aus Kolumbien für den Frieden. An Orten der Gewalt trägt er durch Kunst und Musik dazu bei, Aggressivität in Versöhnung umzuwandeln. Für sein Engagement wurde er zum UN-Botschafter der Gewaltlosigkeit benannt.

Musik, die Gewalt in Frieden verwandelt: Das ist das Anliegen des Künstlers César López aus Kolumbien. Während das Land im Jahr 2000 in einen Drogen- und Guerillakrieg verstrickt ist, tourt López durch seine Heimat – und sieht sich mit den Auswirkungen des Konfliktes konfrontiert, darunter Morde an der Zivilbevölkerung und willkürliche Anschläge. Dies bringt ihn auf die Idee, mit Musik und Projekten auf die Gewalt aufmerksam zu machen - und mittels Kunst zu sozialem Wandel und Menschlichkeit aufzurufen.

Das künstlerische Bataillon

Durch Musik zu Versöhnung in Kolumbien: César LópezSeine erste Aktivität ist ein „künstlerisches Bataillon der sofortigen Reaktion“: Mit einer Gruppe von Künstlern begibt sich López unmittelbar nach einer Gewalttat an den Ort des Geschehens, um Menschen durch Musik zu begleiten und zur Verarbeitung des Erlebten beizutragen. Aus Wut, Angst und Empörung der Opfer soll sich die Bereitschaft zu Frieden und Kooperation entwickeln: Das ist das Ziel von Lopez und seinen Kollegen.

Eine Waffe als Friedenssymbol

Während solch einer musikalischen Intervention zerstört ein Soldat im Jahr 2003 die Gitarre von César López. Dieser Vorfall führt zu der Idee, ein internationales Symbol für den Sieg der Kreativität über den Tod zu schaffen. César López erfindet die Escopetarra: eine Gitarre, die aus einer Waffe der Marke AK-47 gemacht ist – derjenigen Waffe, die weltweit die meisten Menschen getötet hat. López verändert sie zu einem Symbol des Friedens und der Transformation. Er bereist über 30 Länder der Welt und tritt auch dort an unkonventionellen Orten wie Gefängnissen, Slums und krisengeschüttelten Dörfern auf.

Als Botschaft gegen jede Form von Gewalt wird die Escopetarra heute in verschiedenen Ländern der Welt eingesetzt.

Das Projekt 24-0

Eine weitere Strategie sozialer Intervention ist das Projekt 24-0: Für 24 Stunden sollen in Gebieten, die von Gewalt betroffen sind, keine Morde geschehen – dank der Anwesenheit von Künstlern, die Friedens- und Musikprojekte durchführen. 24-0 nahm seinen Anfang auf dem Hauptplatz von Bogotá und wurde erfolgreich in verschiedene Städte Kolumbiens und andere Länder Lateinamerikas weiter getragen.

Instrumente aus zweiter Hand

Durch Musik zu Versöhnung in Kolumbien: César LópezIn seinem jüngsten Projekt sammelt López im ganzen Land Instrumente, die in Privathaushalten verstauben. Der Musiker gibt sie an Gruppen, Stiftungen und musikalische Einrichtungen weiter, die Opfer des Krieges waren. Sie wollen Menschen zum Komponieren bewegen und ihre Musik soll eine Geschichte erzählen: vom Wiederaufbau Kolumbiens nach 50 Jahren bewaffneten Konflikts.