Ein Leben für die Roma: Sasho Kovachev aus Bulgarien

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Ein Leben für die Roma: Sasho Kovachev aus Bulgarien
Der Ausgrenzung von Roma entgegen wirken – das ist das Ziel von Sasho Kovachev aus Bulgarien. In seiner Organisation LARGO engagiert er sich für die Teilhabe der Roma an Bildung und wirtschaftlicher Entwicklung, für Gesundheitsversorgung und den Schutz von Menschenrechten.

Sie sind die größte ethnische Minderheit in Europa und müssen sich unabhängig von ihrer Heimat mit ähnlichen Problemen auseinandersetzen: Die Roma. Oft sind sie von Bildung, Gesundheitsversorgung und wirtschaftlicher Entwicklung ausgeschlossen. Ihre Menschen- und Bürgerrechte werden von einer Mehrheitsgesellschaft verletzt, die ihre ethnischen Eigenheiten nicht akzeptiert. Besonders schwierig ist die Lage für Roma-Frauen, die auch kulturellen Zwängen, wie zu frühen Ehen, unterworfen sind.

Um all dem entgegenzuwirken, bemüht sich in Bulgarien die Organisation „Liberal Alternative for Roma Citizen Union“ (LARGO) um die Integration der Roma in die Zivilgesellschaft – und um den Schutz ihrer ethnischen und sprachlichen Identität.

Politische Beteiligung fördern

Ein Leben für die Roma: Sasho Kovachev aus BulgarieSasho Kovachev ist Vorsitzender von LARGO. Er unterstützt die Gemeinschaft der Roma in der Region Kyustendil in Südwestbulgarien. Die Integration der Roma-Gemeinschaft in die Zivilgesellschaft hat er engagiert vorangetrieben. Er ist Gründer des Kommunalen Rates der Roma in Kyustendil und setzt sich dafür ein, dass Roma sich politisch beteiligen und für ihre Rechte kämpfen. Kovachev ermutigt sie, den Dialog mit lokalen Behörden und staatlichen Institutionen zu suchen und wichtige Anliegen ihrer Gemeinschaft zu thematisieren.

Um das langfristige Ziel einer Teilnahme der Roma an Gesundheitsversorgung, Bildung und wirtschaftlicher Entwicklung zu erreichen, fördern Sasho und sein Team besonders die Verhandlungsfähigkeit der Roma-Führer.

Stärkung von besonders Benachteiligten

Ein Leben für die Roma: Sasho Kovachev aus BulgarieMit der Gründung eines Sozialberatungszentrums erleichterte Sasho Kovashev benachteiligten Bürger*innen den Zugang zu Gesundheits- und Sozialdiensten. Gemeinsam mit seinen Kolleg*innen füllt er Anträge und Formulare aus und verweist Antragsteller*innen direkt an die zuständigen Ämter. Um die Diskriminierung von Frauen aufzufangen, hat Sasho Kovachev ein Programm zur Stärkung weiblicher Roma entwickelt, das ihre Integration in das soziale Leben Bulgariens unterstützt. Er ist auch Initiator eines regionalen Netzwerkes zur Förderung der Gesundheit und des sozialen Status von Frauen.

In einem "Club" für Roma mit Behinderungen wendet sich Kovachev den Bedürfnissen dieser doppelt diskriminierten Minderheit zu. Gemeinsam mit seiner Organisation ist er Fürsprecher für die Rechte und das Wohlergehen einer besonders verwundbaren Bevölkerungsgruppe.