Das Wissen indigener Völker entdecken

Bremer Symposium beschäftigt sich mit einem anderen Blick auf die Welt

Bremen, 12.1.2015 Was können Industriegesellschaften von indigenen Völkern lernen? Wie unterscheidet sich ihrWissen von dem, was in Schulen und Universitäten vermittelt wird? Um diese Fragen geht es beidem Symposium “Indigene Wissenschaft – ein Beitrag zur Dekolonialisierung”, das die BremerStiftung die schwelle und das Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft der Universität Bremenvom 15. bis 18. Januar veranstalten.

Seit der Ankunft der ersten Europäer in Lateinamerika mussten Indigene nicht nur um ihr Leben und ihreKultur kämpfen, sondern auch nach Strategien suchen, um die Kontinuität ihrer Gemeinschaften und Lebensformenzu garantieren. Über 500 Jahre später müssen sich die Indigenen Lateinamerikas weiterhingegen das Verschwinden ihrer Kulturen zur Wehr setzen. Auch wenn es für sie nach wie vor schwierigist, sich gegenüber der Mehrheitsgesellschaft zu behaupten, erobern Indigene aus verschiedenen Ländernihren Platz in der Gesellschaft und auch in der Bildung: Sie studieren und promovieren an Universitätenund bauen eigene Bildungseinrichtungen auf.

Was sind die Inhalte, die Indigene in ihren diesen Bildungseinrichtungen weitergeben wollen? Antwortenauf diese Frage kommen unter anderem von Natalia Sarapura. Die indigene Argentinierin ist Fachfraufür Gemeindeentwicklung und Gewinnerin des Internationalen Bremer Friedenspreises 2013. Sie erläutertunter anderem, warum Wissen für sie bedeutet, die ganze Welt im Blick zu haben, weshalb wirtschaftlicheAnalysen aus ihrer Sicht undenkbar sind ohne die Folgen für die Umwelt zu beachten, warum Spiritualitätund Vermittlung von Faktenwissen für sie zusammen gehören, und warum die unterschiedlichstenAspekte des Lebens letztlich miteinander verbunden sind. Ein weiterer Themenschwerpunkt des Symposiumswird das spezielle Wissen indigener Frauen sein – und die Frage, wie dieses sichtbar gemacht werdenkann.

Weitere Vorträge und Diskussionsbeiträge kommen von den Ethnologinnen Anna Meiser (UniversitätFreiburg) und Pirjo Virtanen (University of Helsinki), Fidi Alpers (Koordinator von Naturschutzprojektenin Namibia) sowie der Politikwissenschaftlerin Ayla Satilmis (Universität Bremen).

Studierende und entwicklungspolitisch Interessierte haben während des Symposiums die Chance indigenesWissen kennenzulernen und ihr eigenes Wissensverständnis zu hinterfragen. Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltungen:

Donnerstag, 15. Januar 2015, 10 bis 18 Uhr
Evangelische Studentengemeinde, Parkstraße 107, Bremen
Natalia Sarapura: Spiritualität und Wissenschaft der Kolla – ein ganzheitlicher Ansatz

Freitag, 16. Januar 2015, 10 bis 18 Uhr
Evangelische Studentengemeinde, Parkstraße 107, Bremen
Natalia Sarapura: Spiritualität und Wissenschaft der Kolla,
Dr. Eliane Fernandes: Indigene Lehrer in Brasilien

Samstag, 17. Januar 2015, ab 10 bis 18 Uhr
Auf dem Teerhof 58, Bremen
-Anna Meiser: Dekolonialisierung von Wissenschaft und indigene Wissenssysteme
- Pirjo Virtanen: Decolonizing rationality
- Fidi Alpers: Indigenous Khwe trackers bridge oral indigenous knowledge to provide scientifically credibletechnical services in protected areas
-Ayla Satilmis: Entering Science – Was tut die Universität Bremen für Diversität in der Wissenschaft?

Sonntag, 18. Januar 2015, 10 bis 13 Uhr
Auf dem Teerhof 58, Bremen
Abschließende Diskussion mit den Beteiligten

Weitere Informationen gibt es Stiftungs-Geschäftsführerin Petra Titze:
Telefon: 0421 / 3032-577,

E-Mail: petra.titze@dieschwelle.de

Zur Stiftung die schwelle


Die Bremer Stiftung die schwelle wurde 1979 von dem Bremer Stauereiunternehmer Dirk Heinrichs und seiner Frau Ruth-Christa gegründet, 1994 wurden Wiebke und Reinhard Jung Mitstifter. Derzeit unterstützt die Stiftung unter anderem Projekte in Südosteuropa, West- und Zentralafrika, Israel und Palästina und in Bremen.

Pressekontakt

Petra Titze
Geschäftsführerin

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