Church and Peace: Ein Netzwerk für Frieden und Versöhnung

Church and Peace ist ein europaweites Netzwerk mit über 50 Mitgliedsgruppen, 2014 aus vierzehn Ländern, die aus unterschiedlichen christlichen Konfessionen und Traditionen kommen: Gemeinschaften, Kirchengemeinden, Bildungsstätten, Friedensdienste und Friedensgruppen.

Gemeinsame Basis ist der Ruf zur Gewaltfreiheit, der im Zentrum des Evangeliums steht, und die Arbeit für Frieden und Versöhnung. Das Netz schafft Raum für den Austausch über die konkreten Erfahrungen, für gemeinsames Lernen und für gegenseitige Ermutigung. Es fördert und verknüpft gemeinsame Projekte und Aktionen der Mitglieder.

Friedenskirche: Jesu Einladung zu Gewaltfreiheit und Feindesliebe

Die Mitglieder von Church and Peace leben aus der Orientierung an der Bibel, der Kraft des Evangeliums und der Glaubenserfahrung der Gemeinde mit Gott. Dies bedeutet aber nicht Innerlichkeit oder sich abzuwenden von der Welt, sondern ist Richtschnur für alle Lebensbereiche, einen unparteilichen Friedensdienst und die Suche nach zeitgemäßen Antworten auf die Anfragen aus der gewaltfreien Botschaft des Evangeliums. Gottesdienst und Gebet stärken die Mitglieder, sowohl Nein als auch Ja zu sagen: Nein zu den Strukturen der Gewalt in privaten, gesellschaftlichen und zwischenstaatlichen Beziehungen und Ja zu den Alternativen, die jetzt schon zeichenhaft an vielen Orten gelebt werden.

Church and Peace: FriedensaktionenDie Mitglieder von Church and Peace unterstützen sich gegenseitig darin, im Alltag einen Lebensstil zu entwickeln, der Frieden und Gerechtigkeit dient. Ihre vielfältigen Aktivitäten, gerade auch in vom Krieg geprägten Ländern, eint das Bekenntnis zur Gewaltfreiheit und die Verknüpfung von Friedenstheologie und Praxis in ihrem Einsatz in der Welt:

  • im Ringen um Versöhnung
  • in der Einladung zu Dialog, Friedenserziehung und Konfliktbearbeitung
  • im Einsatz für Gerechtigkeit bei der Verteilung der Ressourcen dieser Welt
  • im Eintreten für die Bewahrung der Schöpfung

Auch wenn sie sich auf die politische und kirchenpolitische Ebene beziehen, sind sie keine Lobbyisten, sondern wollen den Geist der Gesellschaft ändern (Jim Wallis: „So people of faith are not lobbyists, but wind changers“).

Schwerpunkte von Church and Peace

Church and Peace: gemeinsame FeierTagungen und Konferenzen in einzelnen europäischen Regionen und auf gesamteuropäischer Ebene zu theologischen, politischen und gesellschaftlichen Fragen und Herausforderungen sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeit.

Die Unterstützung der Mitglieder und Partner in Südosteuropa/ Westbalkan in ihrem Einsatz für Frieden und Versöhnung zwischen den Ethnien und Kulturen hat sich nach den dortigen Kriegen über viele Jahre entwickelt. Für sie und ihre Arbeit vor Ort bildet das Netz von Church and Peace weiterhin eine wichtige Grundlage und Stärkung.

Das Netzwerk bringt seine friedenskirchliche Perspektive aktiv in die Weiterentwicklung des Konzepts des "Gerechten Friedens" ein. Church and Peace sucht den direkten Dialog zu Gewaltfreiheit, Frieden und Gerechtigkeit mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf und mit den Kirchen in den verschiedenen Ländern, aus denen ihre Mitglieder stammen.

Church and Peace arbeitet dafür mit anderen Netzwerken zusammen: z.B. in Deutschland der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) oder in England dem Network of Christian Peace Organisations (NCPO). Eine kleine Geschäftsstelle in der Nähe von Wetzlar (Hessen) dient dem Kontakt zu den Mitgliedern und ihrer Verknüpfung, ist Anlaufstelle für neu Interessierte und bringt Menschen zusammen, die auch auf der Suche sind, aus dem Geist der gewaltfreien Botschaft des Evangelium zu leben.

Entstehung und Entwicklung

Seine Anfänge hat Church and Peace in den friedenskirchlichen Dialogen der Nachkriegszeit, beginnend mit der bedeutenden Erklärung "Friede ist der Wille Gottes" (1953). In den folgenden Konferenzen am Genfer See (Puidoux) haben die historischen Friedenskirchen (Mennoniten, Quäker, Church of the Brethren) und der Internationale Versöhnungsbund (IFOR) mit Vertretern der Landeskirchen grundlegende Positionen zu Friedenstheologie und Friedenspraxis entwickelt.

Ab Mitte der 1970er Jahre entsteht der Entwurf für ein europäisches Netzwerk aus historischen Friedenskirchen, IFOR und friedenskirchlich orientierten Gruppen und Gemeinschaften innerhalb der Großkirchen. Seine Aufgaben: Fortsetzung der theologischer Reflexion und des Dialogs mit den etablierten Kirchen und Entwicklung von Modellen für das christliche Friedenszeugnis. Unter den Mitglieder finden sich heute: Anglikaner, Baptisten, Church of the Brethren, Katholiken, Lutheraner, Mennoniten, Methodisten, Orthodoxe, Quäker und Reformierte.

Die Stiftung die schwelle ist seit dem Jahr 1987 Mitglied von Church and Peace.

Info

Land:
Europa/Deutschland

Thema:
Versöhnung

Gründung:
1949

Zusammenarbeit seit:
1987

Hauptamtliche MA:
3

Webseite:
www.church-and-peace.org