Historische Friedensforschung: Lernen aus der Vergangenheit für die Zukunft

Geförderte Ausstellung: Psychiatrie im Ersten Weltkrieg

Kann aus der Geschichte etwas gelernt werden für die Sache des immer gefährdeten Friedens? Und wie wäre das möglich? Diese Fragen beschäftigen Historikerinnen und Historiker bei der Historischen Friedensforschung.

Historische Friedensforschung ist seit über 30 Jahren ein Arbeitsschwerpunkt der Stiftung. Projekte wurden meist unter Federführung des Arbeitskreises Historische Friedensforschung (AKHF) durchgeführt. Darüber hinaus werden auch Veröffentlichungen auf Antrag von Historikerinnen und Historikern gefördert. Außerdem werden Ausstellungen im Bremer Raum unterstützt. Eine ganz besondere Form der Historischen Friedensforschung hat sich mit dem langjährigen Projekt der Universität Bremen „Aus den Akten auf die Bühne“ entwickelt, das die Stiftung verschiedentlich gefördert hat.

Der Arbeitskreis Historische Friedensforschung

Der Arbeitskreis Historische Friedensforschung ist 1983 auf Initiative von Prof. Karl Holl unter Mitwirkung von schwelle-Gründungsstifter Dr. Dirk Heinrichs in Bremen initiiert worden und heute ein Zusammenschluss von ca. 100 Historikerinnen und Historikern. Seine Arbeit insgesamt und spezielle Forschungsprojekte sind von der schwelle immer wieder finanziell unterstützt worden. Weitere Informationen über die aktuellen Schwerpunkte finden Sie auf der web-Seite des Arbeitskreises Historische Friedensforschung.

die schwelle führte gemeinsam mit dem Arbeitskreis über einige Jahre das Forschungsprojekt „Empörte, Helfer und Retter aus den Reihen der Wehrmacht 1933-45“ durch, unter der Leitung von Prof. Wolfram Wette und Dr. Detlef Bald. Dabei wurden Angehörige der deutschen Wehrmacht ausfindig gemacht, die sich in der Zeit des Nationalsozialismus, besonders während des Zweiten Weltkrieges, über den Vernichtungskrieg und das rassistische Mordprogramm empörten, sich ihnen widersetzten, oder zu Helfern und Rettern von Juden oder Angehörigen anderer Verfolgtengruppen wurden. Dazu hat Wolfram Wette im Januar 2011 einen Vortrag gehalten, den Sie in der Downloadbox als pdf-Datei herunterladen können. Auch in die Berliner Gedenkstätte „Stille Helden“, fließt diese Arbeit ein.

Der schwelle-Gründungsstifter Dirk Heinrichs selbst befasste sich mit den Nachlässen von Oberstleutnant Schulze-Bernett, einem Abwehroffizier in Den Haag und um Hauptmann d. R. Wilm Hosenfeld, der in Warschau stationiert war und vom Staat Israel postum als Gerechter unter den Völkern geehrt wurde. Hosenfeld ist durch den Film „Der Pianist“ weltweit bekannt worden.

Insgesamt handelt es sich um rund hundert Vertreter eines „aktiven Anstands“. Sie sind zwar angesichts von 19 Millionen Wehrmachtsangehörigen nur eine winzige Minderheit, zeigen aber – ohne dass damit eine Reinwaschung der Institution Wehrmacht intendiert ist – dass es zum bedingungslosen Gehorsam gegenüber verbrecherischen Befehlen eine Alternative gab. Dabei wurden nicht nur die Rettungstaten solcher Wehrmachtangehörigen ermittelt, sondern auch der Frage nachgegangen, aus welchen geistigen oder moralischen Kräften sich dieser Widerstand gespeist hat. „Retter in Uniform“ (2002) und „Zivilcourage“ (2003) sind die Titel der beiden Veröffentlichungen, die Wolfram Wette im Fischer Taschenbuchverlag herausgegeben hat.

Das anschließende  Forschungsprojekt des AKHF unter der Leitung von Detlef Bald und Wolfram Wette, an dem die Stiftung personell und finanziell beteiligt ist, beschäftigte sich mit der Wiederbewaffnungsdebatte in der frühen Bundesrepublik. Eine Vielzahl von Historikern war daran seit 2007 beteiligt.  Im August 2008 erschien eine erste Veröffentlichung unter dem Titel: „Alternativen zur Wiederbewaffnung“ im Essener Klartextverlag mit 11 Beiträgen. Eine zweite Veröffentlichung  von 2010 steht unter dem Titel: „Friedensinitiativen in Deutschland in der Frühzeit des Kalten Krieges 1945-1955“.

Förderungen von Tagungen, Ausstellungen und Veröffentlichungen


Mein Grossvater im KriegSeit langem fördert die Stiftung in jedem Jahr durch Druckkosten – Zuschüsse wissenschaftliche Veröffentlichungen wie z.B.

Moritz Pfeiffer, Mein Großvater im Krieg 1939 – 1945, Erinnerungen und Fakten im Vergleich, Donat-Verlag , 2012

oder Ausstellungen und dazugehörige Kataloge wie

„Versöhnung im Alleingang – Die Blocklandmorde im November 1945, ihre Vorgeschichte und die Folgen!“ , 2013

„Polizei .Gewalt. Bremens Polizei im Nationalsozialismus“, 2011.

Nieder die Waffen  - die Hände gerreicht Friedensbewegung in Bremen 1998 – 1958, Donat-Verlag 1989