Europa lässt sterben

Täglich sterben Flüchtlinge an den Außengrenzen der EU, seit Jahrzehnten. Statt einer Politik des Schutzes, der Kommunikation und zwischenmenschlichen Verständigung setzt die EU auf Panzer, Fregatten, Hubschrauber und Flugzeuge.

Die Militarisierung der Außengrenze Mittelmeer hat bis heute über 17.000 Todesopfer unter den Schutzsuchenden gefordert, Opfer eines einseitig erklärten Krieges der EU gegen Flüchtlinge. Mitten in der Wirtschaftskrise scheint Solidarität selbst zwischen den Ländern der EU kaum noch verbreitet, wie viel weniger im internationalen Maßstab. Dabei ist ein effektiver Schutz vor Verfolgung ein Rechtsgut, das nicht zuletzt als Lehre aus den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs erwachsen ist, allerdings nicht eingeklagt werden kann, wenn die Flüchtlinge gar nicht erst in die Länder der EU hineingelassen werden.

Der Dokumentarautor und promovierte Politologe Roman Herzog verfolgt seit 2003 die Geschehnisse an der EU-Außengrenze Mittelmeer. In einem Vortrag in Bremen, den die schwelle mitfinanziert hat, berichtete er von der Situation an den EU-Außengrenzen.