Eine Woche Basra und Marschland

Basra ist die Ölhauptstadt des Irak. Die Stadt am Schatt al Arab, wo Tigris und Euphrat zusammenfließen, hat den einzigen Hafen des Landes.

Zugleich hat ihre Lage an der Grenze zum Iran und zu Kuwait dazu geführt, dass die Stadt in all den vielen Kriegen, in die der Irak in den letzten 32 Jahren verwickelt war, besonders hart getroffen worden ist. Zum 2. Forum für Gewaltfreiheit sowie der 4. Konferenz der Iraqi Civil Society Solidarity Initiative (ICSSI) in Basra hat die Stiftung die schwelle eine Reise von Stephan Brües, Ko-Vorsitzender des Bundes für Soziale Verteidigung, in den Irak mitfinanziert. Ziel der Reise war es, gewaltfreie Organisationen zu stärken und internationale Netzwerke zu knüpfen.

Der zweite Teil der Reise führte ihn ins Marschland, nordwestlich von Basra. Dort, wo seit Gründung der sumerischen Zivilisation Menschen eine halbnomadische Wirtschaftsform aus Büffel- und Rinderzucht, Schilf- und Grasverkauf (Viehfutter) und Fischerei entwickelt haben, ist diese in den letzten 20 Jahren immer wieder ge- oder zerstört worden, zunächst von Saddam Hussein, dann von den ersten Dämmen im türkischen Ostanatolien, die insbesondere den Wasserzufluss des Euphrat in das Marschland verringerten. Nun droht der größte der ostanatolischen Dämme, der Ilisu-Damm, dem Gebiet endgültig den Garaus zu machen. Die Kampagne „Rettet den Tigris“ wehrt sich mit gewaltfreien Aktionen dagegen.