Pazifismus vor neuen Herausforderungen

Der Internationale Versöhnungsbund setzte sich im Mai 2017 mit dem Thema "Pazifismus vor neuen Herausforderungen" auseinander. Die Friedensaktivistin Ulrike Laubenthal, der taz-Korrespondent Andreas Zumach und Ullrich Hahn, Präsident des Deutschen Zweigs des Internationalen Versöhnungsbundes, diskutierten über "Pazifismus zwischen Fundamentalismus und Pragmatismus".

Während Andreas Zumach in Fällen wie Ruanda 1994, als ein Völkermord kurz bevorstand, ein Eingreifen durch Uno-Truppen befürwortet, wies Ulrike Laubenthal darauf hin, dass auch Militäreinsätze bestehendes Leid nie sofort beenden könnten und Konflikte mit gewaltfreien Mitteln am besten und nachhaltigsten zu lösen seien. Ullrich Hahn betonte die Notwendigkeit eines „aktiven Pazifismus“, der die Ursachen von Gewalt und Krieg überwinde und sich für Gerechtigkeit einsetze.

In vielen Arbeitsgruppen und Diskussionsrunden setzten sich die mehr als 200 Teilnehmenden gezielt mit einzelnen Herausforderungen auseinander, etwa mit dem Erstarken des Rechtsextremismus, mit dem Krieg in Syrien und der Bedrohung durch den IS oder mit ganz alltäglicher Gewalt, die kaum sichtbar ist, weil sie tief in gesellschaftlichen Strukturen verankert ist. Als sehr beeindruckend empfanden viele Teilnehmende die Berichte eines jungen Syrers, der aufgrund seiner Kriegsdienstverweigerung fliehen musste und in Deutschland um Asyl gebeten hat.  Schnupperkurse boten die Möglichkeit, verschiedene Methoden der alternativen Konfliktlösung kennen zu lernen wie die Mediation oder die Gewaltfreie Kommunikation.

Die Stiftung die schwelle hat einen Zusschuss zu der Tagung gegeben.