Wie der Krieg gesehen wurde: Amateurfotografie im zweiten Weltkrieg

Bereits 1933 forderte Joseph Goebbels ein „Millionenheer von Amateurphotographen“ zur nationalen Erziehung im Sinne der nationalsozialistischen Propaganda: "Für den Soldaten ist es unbedingte Pflicht, gerade jetzt die Kamera nicht ruhen zu lassen."

Die leichten und billigen Fotoapparate von Agfa, Kodak oder Voigtländer ermöglichten den Rekruten die Benutzung während ihres Kriegseinsatzes. Dies führte zu einer Produktion privater Fotografie im Zweiten Weltkrieg, die quantitativ den millionenfachen Aufnahmen der Propaganda-Kompanien entsprach. Die Soldaten fotografierten in bisher nicht gekanntem Ausmaß die Besetzung fremder Länder und legten dafür spezielle Kriegsalben an. Aus diesen vorliegenden visuellen Zeugnissen wird ersichtlich, wie der Krieg gesehen wurde – nicht, wie er war. Diese Sichtweisen unterliegen verschiedensten kulturellen und nationalen Realitätskonstruktionen, tradierten und immer wieder korrigierten, neu formulierten Darstellungsschemata, sowie den spezifischen Darstellungsmöglichkeiten der Medien selbst."

Die Stiftung die schwelle unterstützte in einer Kooperation mit der Projektgruppe "Bilder des Krieges", der Arbeitnehmerkammer, dem Evangelischen Bildungswerk, der GEW und der Heinrich Böll Stiftung eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 18. Januar 2011. Frau Dr. Petra Bopp referierte über Privatfotografie von Wehrmachtssoldaten. Sie wertete dazu zahlreiche private Fotoalben aus.