Die Unerschütterlichen in Israel: Das Public Committee Against Torture aus Israel

Friedenspreis 2013, Auswahlliste

Die Organisation Public Committee Against Torture in Israel bemüht sich um die Abschaffung der Folter im eigenen Land – durch rechtliche Beschwerden, pädagogische Programme und Proteste gegen die Straflosigkeit von Folterern. Damit stößt sie auf Widerstand – in staatlichen Institutionen und bei Landsleuten.

Hassbriefe von israelischen Mitbürger_innen, bürokratische Widerstände, lebensbedrohliche Anfeindungen: Das Klima für die Organisation Public Committee Against Torture in Israel (PCATI) ist rau. Seit 1990 kämpfen die Menschenrechtsaktivist_innen gegen Folter durch israelische Behörden. Damals legalisierte die Regierung "moderaten physischen Druck" während der Befragung mutmaßlicher Terroristen. Der Staat billigte auch psychischen Terror – zum Beispiel die Drohung, Angehörigen der Häftlinge Gewalt anzutun.  

Ein Ziel, viele Wege

Weil es sich bei vielen Gefangenen um Palästinenser_innen handelt, werden PCATI-Aktivist_innen immer wieder von israelischen Landsleuten denunziert. Dennoch verfolgt PCATI unbeirrt sein Ziel: die Einhaltung der universellen Menschenrechte einschließlich des Verbots von Folter. Um dieses Ziel zu erreichen, geht die Organisation viele Wege: Sie unterstützt Häftlinge bei rechtlichen Beschwerden und macht die Foltermethoden israelischer Behörden national und international bekannt. Sie versucht, die positive gesellschaftliche Grundhaltung gegenüber institutioneller Gewalt aufzubrechen und informiert über die Gefahren von Folter. Sie hält intensiven Kontakt zu den Opfern und sensibilisiert Jugendliche durch pädagogische Aktivitäten. 

Den Stein mit stetem Tropfen höhlen

Buch gegen FolterBesonders intensiv wendet sich PCATI gegen das System der Straflosigkeit, das Mitarbeiter_innen des israelischen Staats vor rechtlichen Konsequenzen bewahrt. Denn: Die Justiz hält Dokumente der Befragungen unter Verschluss und ignoriert Beschwerden von Folteropfern. Auch viele Ärzte vermeiden es, die körperlichen und psychischen Verletzungen von Gefolterten zu dokumentieren und unterschlagen so entscheidende Beweise.  

Trotz der Taubheit der Justiz archiviert PCATI alle Klagen und bemüht sich um Gerechtigkeit für die Geschädigten und ihre Familien. Durch hartnäckige Lobbyarbeit konnte die Organisation dem Staat immerhin die Verpflichtung abringen, das "Folterbeschwerdesystem" zu verbessern. 

Wie in den letzten Jahrzehnten wird PCATI auch in Zukunft mit ungebrochenem Idealismus weiterkämpfen – trotz zäher Prozesse, Gewaltandrohungen und existentiellen Geldmangels: für ein Israel, in dem die Menschenrechte der Politik den Weg weisen.