Der Friedenspreis 2013 der Stiftung die schwelle

Friedenspreisträger 2013
Am 29.11.2013 verlieh die Stiftung die schwelle zum 6. Mal den Internationalen Bremer Friedenspreis – wiederum in Bremens schönstem Festsaal, der Oberen Rathaushalle. Es war vor großem Publikum eine ebenso feierliche wie herzliche Veranstaltung. Am folgenden Vormittag, dem „Morgen der Begegnung“, nahmen Freunde der schwelle und Interessierte Gelegenheit, die diesjährigen Preisträger persönlich kennen zu lernen.

In den Tagen vor dem 29.11. hatten Preisträger in Bremer Schulen und in der Universität Schüler und Studenten getroffen, sie interessierende Einrichtungen besucht und Verbindungen geknüpft. In der regionalen Presse wurde ausführlich und sorgfältig berichtet.

Das Kuratorium der Stiftung die schwelle hat die Preisträger auf einer Klausurtagung im März unter 50 Nominierungen ausgewählt. Herausragende Menschen und ihren persönlichen Einsatz ehren zu dürfen, mit dem Friedenspreis ihr Engagement zu unterstützen, ist eine eine sehr schöne Sache; schwer ist es dagegen, die Auswahl zu treffen. Wie es einer Friedensstiftung ansteht, gelang der Auswahlprozess in freundschaftlichem Geist, ohne "Gewinner" und "Verlierer" zurück zu lassen.

Wir haben dabei Menschen und Initiativen kennen gelernt, wie sie für die Antikriegs- und Friedensbewegung zur Zeit der Blockkonfrontation bis 1989 kennzeichnend waren. Sie engagieren sich für Abrüstung, im Kampf gegen Kriegsverbrechen bei zwischenstaatlichen Auseinander- setzungen, für Versöhnung zwischen verfeindeten Nationen, für internationalen Dialog und in der cross-border-Arbeit.

Der Schwerpunkt der Nominierungen lag in diesem Jahr bei innergesellschaftlichen Akteuren. Ihnen geht es um eine gerechte Lösung gesellschaftlicher Konflikte, die durchaus im Streit, aber nur mit friedlichen Mitteln erreicht werden kann Sie setzen sich ein für das Recht von Minderheiten auf Respekt und gesellschaftliche Teilhabe und auf Wahrung ihrer natürlichen Lebensgrundlagen. Diese Akteure leben die Einheit der Werte und Ziele des konziliaren Prozesses: Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und lassen sie in ihrem politischen Engagement und ihrer sozialen Arbeit praktisch werden. Zu diesem Kreis gehörten 2013 unsere Preisträger.

Es war so nicht zufällig, dennoch aber beglückend, zu erleben, dass Natalia Sarapura aus Argentinien, Anjum Mattu und Imran Amjum als Gründer und Aktivisten der Insan Dost Association aus Pakistan und Anna Gräfin und Andreas Graf von Bernstorff aus Deutschland in den Tagen um die Verleihung des Friedenspreises ihre Gemeinsamkeiten entdeckten und benannten und bei allen Unterschieden freundschaftliche Verbindung herstellen konnten.

Unsere Preisträger sind keine "Einzelkämpfer"; sie wirken in und mit größeren Organisationen und Bewegungen. Und dennoch ragen sie heraus: Wir haben mit ihnen Menschen kennen gelernt, die ihr Mut und ihre Ausdauer auszeichnen, ihre moralische Festigkeit, ihre Fähigkeit, mit Rückschlägen umzugehen, ohne bitter zu werden, und ohne in ein Freund-Feind-Denken zu verfallen, aus dem doch stets Misstrauen und Spaltung folgen.

Diese Menschen auszuzeichnen, sie durch die internationale Anerkennung, die sie durch den Preis erfahren, zu stärken und vor Anfeindungen zu schützen – das macht den Bremer Friedenspreis aus, und deshalb freut sich die Stiftung die schwelle auf den kommenden, den 7. Friedenspreis im Jahr 2015.

Klaus Körber und Eckart Behm-Blüthgen
Mitglieder des Kuratorium der Stiftung die schwelle

Videos über den Friedenspreis und die Preisträgerinnen und Preisträger finden Sie hier.