Folter-Traumata verarbeiten in Großbritannien: Freedom from Torture

Friedenspreis 2013, Auswahlliste

Die Unmengen an Klientenakten zeigen den Bedarf bei Unterstützung mit Foltererfahrungen.

Die englische Organisation Freedom from Torture bietet gefolterten Menschen medizinische, psychologische und lebenspraktische Unterstützung an. Mit Hilfe von Fachleuten lernen Flüchtlinge, die Zeit der Folter und damit verbundene Traumata zu verarbeiten.

Sie sind verstört, eingeschüchtert und voller Angst vor neuen Torturen: Gefolterte Menschen laufen oft Gefahr, ihr Leben lang schwer traumatisiert zu sein. In Großbritannien kümmert sich die Organisation Freedom from Torture um Flüchtlinge, deren Leben durch Folter zerstört wurde. Sie unterstützt sie dabei, ihre Erfahrungen zu verarbeiten, mit quälenden Erinnerungen umzugehen und sich ein neues Leben aufzubauen. Geschulte Fachleute betreuen die Überlebenden medizinisch und psychologisch – und helfen ihnen, in der neuen Heimat Fuß zu fassen.

Kinder und Familien heilen

KunsttherapieWenn ein Mensch gefoltert wird, kann sein gesamtes soziales Gefüge zerbrechen. Oft gerät die Kommunikation in der Familie ins Stocken, denn bis Folteropfer den Mut finden, über ihre Erfahrungen zu sprechen, können Wochen und Monate vergehen. Mit seinem Familientherapieservice hilft Freedom from Torture Eltern und Kindern, die Beziehungen innerhalb der Familie neu zu gestalten und das alte Vertrauen wieder herzustellen. So verarbeiten Familien gemeinsam ein Trauma, das ihr Leben verändert hat.

Besonders schwer haben es Kinder von Folteropfern, die allein nach Großbritannien kommen – und vor den britischen Behörden bezeugen müssen, was sie erlebt haben. Oft mussten sie mit ansehen, wie ihre Eltern gefoltert oder ermordet wurden. Freedom from Torture ermutigt sie, mit den fürchterlichen Erfahrungen umzugehen. Weil es vielen Kindern schwer fällt, ihre Empfindungen mit Worten zu beschreiben, arbeiten die Therapeut_innen mit Spielen, Kunst oder Musik.

Für Menschenrecht und Menschenwürde

Ausstellung von gemalten BildernEs sind Asylsuchende aus Krisenregionen wie Afghanistan, dem Iran, Sri Lanka oder dem Sudan, die bei Freedom from Torture Halt suchen. Meist sind politische, religiöse oder ethnische Motive für die Folterqualen verantwortlich. Über 50.000 Überlebende hat Freedom from Torture seit seiner Gründung im Jahr 1985 betreut. Inzwischen ist die Initiative in fünf Städten des Landes vertreten. Um auf die Rechte gefolterter Menschen aufmerksam zu machen, organisiert Freedom from Torture Kampagnen gegen Folter und setzt sich in der Öffentlichkeit für seine Herzensanliegen ein: Die Achtung von Menschenrechten und Menschenwürde.