Preisträger aus Argentinien, Pakistan und dem Wendland

Die Gewinner des sechsten Internationalen Bremer Friedenspreises 2013 sind eine argentinische Menschenrechtlerin, eine Initiative gegen Sklaverei in Pakistan und zwei profilierte Atomkraftgegner aus Gorleben.

Als „Unbekannte Friedensarbeiterin“ wird Natalia Sarapura geehrt. Die indigene Argentinierin kämpft seit 18 Jahren mit einem einzigartigen Entwicklungskonzept für die Rechte der Kolla, einem indianischen Volk im Nordwesten Argentiniens. Sie und ihre Mitstreiter widersetzen sich erfolgreich dem staatlich forcierten Verkauf angestammter Landflächen an Großgrundbesitzer und internationale Bergbaukonzerne. Darüber hinaus macht sich Natalia Sarapura nun beharrlich für bessere Ausbildungschancen und Lebensbedingungen der indianischen Bevölkerung Argentiniens stark.

Der Friedenspreis in der Kategorie „Beispielhafte Initiative“ geht an die pakistanische „Insan Dost Association“. Die Initiative setzt sich für ein Ende der Sklavenarbeit ein, die in Pakistan zwar verboten, aber immer noch weit verbreitet ist. Millionen Menschen - darunter auch viele Kinder - leiden unter den Folgen der Schuldknechtschaft. In der Landwirtschaft, in der Fischerei, der in der Müllsortierung, in Steinbrechereien und Ziegeleien arbeiten sie unter menschenunwürdigen Bedingungen. Die Initiative klärt die Betroffenen über ihre Rechte auf und ermutigt sie, Gewerkschaften zu gründen, um so dem Kreislauf aus Armut und Unterdrückung zu entkommen.

Der Preis für öffentliches Wirken geht an Andreas Graf von Bernstorff und Anna Gräfin von Bernstorff aus Gartow im Wendland. Seit 35 Jahren leistet das couragierte Ehepaar gemeinsam mit seinen Kindern Widerstand gegen Castortransporte und Atompolitik. So weigerten sie sich die Bernstorffs, ihren Anteil am Salzstock zu verkaufen – immerhin ein Drittel des Areals – und verzichteten damit auf eine Ausgleichzahlung von 30 Millionen D-Mark. Zugleich machen sie immer wieder mit kreativen und friedlichen Anti-Atomkraft-Aktionen auf ihr Anliegen aufmerksam. So behinderten sie Castortransporte bereits mit Baumfäll-Aktionen oder einer Wildschwein-Jagd.

Bremer Friedenpreis 2013