Vortrag: Steven Robins - Briefe aus Stein

    Die Geschichte der Familie Robinski

    Steven Robins arbeitet als Professor für Soziologie und Anthropologie an der Universität Stellenbosch, bekannt ist er u.a. als Verfasser von "From Revolution to Rights in South Africa: Social Movements and Popular Politics". Robins ist Südafrikaner, weil seinem Vater 1936 die Flucht von Erfurt nach Kapstadt gelang. Ein Großteil der Familie Robinski, die nicht rechtzeitig aus Deutschland herauskam, wurde hingegen in Auschwitz und Riga ermordet.

    In "Briefe aus Stein" schildert Robins die Geschichte seiner Familie, von der er selbst erst als Erwachsener erfuhr. Sein Vater hatte seit der Namensänderung von Robinski in Robins nicht mehr über die Vergangenheit in Europa gesprochen – bis zum Jahr vor seinem Tod. Später entdeckte Robins über hundert Briefe, die die Familie von 1936 bis 1943 von Berlin nach Kapstadt geschickt hatte.

    In seinem Vortrag  geht Robins auch auf die zentrale Rolle seines Faches, der Anthropologie, bei der Entwicklung rassistischer Ideologien ein – auch an seiner eigenen Universität, Stellenbosch, wurden zur Zeit des Apartheid-Regimes, gegen das sich Robins intensiv engagierte, Schädel vermessen.

    Im Rahmen des Bremer Programms zum Gedenken an die NS-Opfer berichtet Robins am 12. Februar um 18 Uhr über seine jahrelangen Recherchen zur Familiengeschichte. Robins wird auf Englisch sprechen. Der Schauspieler Peter Lüchinger liest (auf Deutsch) aus den Briefen der Familienangehörigen, die ihre immer aussichtslosere Lage in Deutschland schildern.

    Eine Kooperation der Stiftung die schwelle, „Aus den Akten auf die Bühne“ /Uni Bremen, dem Jobcenter Bremen und der Stadtbibliothek.

    Fakten

    Ort: Wallsaal der Stadtbilbiothek Bremen (Am Wall 201)
    Datum: 12. Februar
    Zeit: 18 Uhr
    Veranstalter: Stiftung die schwelle, Aus den Akten auf die Bühne, u.a.