Unermüdlicher Friedensarbeiter in Südafrika: Bischof Rubin Phillip

Friedenspreisgewinner 2009, Kategorie "Öffentliches Wirken"

Früher machte sich Rubin Phillip gegen die Apartheid stark - heute ist er Bischof in KwaZulu-Natal. Einer, der noch immer auf der Suche nach gerechten Wegen ist. Seine Stimme hat in der jungen Demokratie Gewicht. Das nutzt er. Für Aids-Aufklärung und Flüchtlingshilfe zum Beispiel. Selbst eine Waffenlieferung nach Simbabwe wurde auf sein Drängen hin gestoppt.

Der Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit zieht sich durch Rubin Phillips Leben. Der anglikanische Bischof aus der südafrikanischen Küstenprovinz KwaZulu-Natal, schloss sich als junger Mann dem Black Consciousness Movement an - einer Bewegung, die den Unterdrückungen der Apartheid ein neues, schwarzes Selbstbewusstsein entgegensetzte. Aufgrund seiner führenden Rolle im Widerstand gegen die Rassentrennung wurde er 1973 zu drei Jahren Hausarrest verurteilt.

Rubin Phillip nimmt kein Blatt vor den Mund - das ist bis heute so. Nach dem Ende der Apartheid lehnte er sich nicht zurück, sondern benannte sozialpolitische und ökonomische Probleme der jungen Demokratie ohne Umschweife. An der Spitze einer Gruppe von Kirchenführern aus KwaZulu-Natal vermittelte er zwischen politisch zerstrittenen Einwohnern der Provinz und wandte sich so gegen die grassierende Gewalt in seiner Heimat. Auch im Einsatz gegen die dramatische Ausbreitung von Aids setzte er Zeichen, indem er die Pfarrer seiner Diözese zu einem HIV-Test einlud und dabei selbst mit gutem Beispiel voranging.

Der 61-Jährige gehört zusammen mit anderen Kirchenführern Südafrikas zu den Gründern des ,,Solidarity Peace Trust", der sich für Menschenrechte, Freiheit und Demokratie im Süden Afrikas einsetzt. Der Bischof unterstützt Menschen, die von den Segnungen der Demokratie in Südafrika noch nicht viel merken: Heimatlose, Verfolgte, Inhaftierte. Er besucht sie in Gefängnissen und Krankenhäusern, und er hilft ihnen, in Gerichtsprozessen für ihr Recht zu kämpfen. Als im April 2008 eine Welle fremdenfeindlicher Gewalt über das Land schwappte, öffneten auf seine Initiative hin Kirchen ihre Türen, um den Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf zu bieten.

Viele von ihnen stammten aus dem nördlichen Nachbarland Simbabwe, das seit Jahren unter der Diktatur Robert Mugabes leidet. Rubin Philipp setzt sich auch dort für Frieden ein. Als im April 2008 ein Schiff aus China in Durban ankam und Waffen für Simbabwe an Bord hatte, musste es sofort umkehren. Der Bischof hatte zusammen mit einem weiteren Friedensaktivisten einen entsprechenden Gerichtsbeschluss erreicht. Über den Solidarity Peace Trust versuchen Rubin Philipp und seine Mitarbeiter zudem, Menschen in entlegenen Gegenden Simbabwes zu helfen und die politische Führung zum Einlenken zu bewegen.

 

 

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