Seit mehr als vier Jahrzehnten leistet die Stiftung die schwelle „Beiträge zum Frieden“. Was 1979 als Initiative engagierter Einzelpersonen begann, hat sich zu einer etablierten Friedensstiftung mit internationalen Partnerschaften entwickelt. Trotz aller Veränderungen ist die Grundidee bis heute dieselbe geblieben: Menschen und Organisationen zu unterstützen, die sich gewaltfrei für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen.
Besonders wichtig ist der Stiftung dabei die langfristige Zusammenarbeit mit kleinen lokalen Friedensorganisationen. Sie kennen die Herausforderungen vor Ort, verfügen über gewachsene Netzwerke und können gesellschaftliche Veränderungen nachhaltig anstoßen. Durch verlässliche Partnerschaften trägt die Stiftung dazu bei, ihre Arbeit zu stärken und ihre Handlungsspielräume zu erweitern.
Nach einer mehrjährigen Vorbereitungsphase nimmt die Stiftung die schwelle 1979 ihre Arbeit auf und wird nach dem Bremischen Stiftungsgesetz anerkannt. Der programmatische Untertitel "Beiträge zur Friedensarbeit" beschreibt bereits den Anspruch der Stiftung: konkrete Friedensarbeit mit langfristigem gesellschaftlichem Engagement zu verbinden. Den ersten Vorstand bilden Ruth-Christa und Dirk Heinrichs gemeinsam mit ihrem Freund und Rechtsanwalt Urban Bulling. Kristina Bulling engagiert sich von Anfang an aktiv in der Stiftung.
Ab 1985 übernimmt Dr. Burkhard Luber die Geschäftsführung im Auftrag der Stiftung und prägt die Entwicklung der folgenden Jahre maßgeblich.
Die Aufbauphase ist von einer großen thematischen Vielfalt geprägt. Die Stiftung unterstützt Hilfsprojekte in Polen und Togo und engagiert sich seit Ausbruch des Krieges im ehemaligen Jugoslawien für lokale Friedensorganisationen. Gleichzeitig werden historische Friedensforschung und Friedenserziehung zu wichtigen Schwerpunkten, unter anderem durch die Mitbegründung des Arbeitskreises Historische Friedensforschung im Jahr 1984.
Weitere Arbeitsfelder dieser Jahre sind die Erforschung der Spätfolgen des Vietnamkrieges, insbesondere der Auswirkungen von Agent Orange, die Beteiligung an der ökumenischen Friedensbewegung, die Gründung des Ökumenischen Dienstes Schalomdiakonat, Konversionsstudien sowie die Herausgabe des “Transcontinental Peace Letter".
Bereits in dieser frühen Phase verbindet die Stiftung praktische Unterstützung, wissenschaftliche Friedensarbeit und internationale Vernetzung.
1994 beginnt eine neue Entwicklungsphase der Stiftung. Der Vorstand wird erweitert und erstmals ein Beirat berufen. Wiebke und Reinhard Jung werden Mitstifter der Stiftung; Wiebke Jung tritt zudem als weiteres Mitglied in den Vorstand ein. Dem ersten Beirat gehören Kristina Bulling, Reinhard Jung, Klaus Schaumann und Regine Heuer an. Gemeinsam tragen Vorstand und Beirat dazu bei, die Arbeit der Stiftung auf eine breitere Grundlage zu stellen.
Im selben Jahr beginnt Raphaela Ertmer ihre Tätigkeit im Sekretariat der Stiftung.
Die politischen Umbrüche und Kriege in Südosteuropa prägen die inhaltliche Arbeit dieser Jahre. Die Stiftung engagiert sich für bosnische Flüchtlinge in Bremen und baut vielfältige Menschenrechts-, Versöhnungs- und Hilfsprojekte in Bosnien, Kroatien und Serbien aus.
Gleichzeitig entstehen neue soziale Initiativen in Bremen, darunter der Verein "Arbeit und Zukunft" in Bremen und die Arbeitslosenberatung in Bremen-Nord. Auch die Förderung der Friedensforschung wird intensiviert, insbesondere durch Projekte unter der Leitung des Militärhistorikers und Friedensforschers Prof. Wolfram Wette.
Im Frühjahr 2000 legt Dirk Heinrichs mit Vollendung seines 75. Lebensjahres den Vorsitz der Stiftung nieder. Er und Ruth-Christa Heinrichs ziehen sich aus der praktischen Stiftungsarbeit zurück. Reinhard Jung übernimmt den Vorsitz, Kristina Bulling und Regine Heuer treten zusätzlich in den Vorstand ein. Der Beirat – seit 2011 Kuratorium genannt – wird schrittweise auf zehn Personen erweitert. Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen und Lebenserfahrungen bringen sich nun in die Arbeit der Stiftung ein.
In dieser Zeit wird das Leitbild der Stiftung geschärft. Die Satzung betont nun ausdrücklich die Verpflichtung zu Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Dieser Leitgedanke prägt seitdem die gesamte Arbeit der Stiftung.
Ende 2007 beendet Burkhard Luber seine Tätigkeit für die Stiftung. Die Geschäftsführung übernimmt Petra Titze, die die Entwicklung der Stiftung bis heute maßgeblich mitgestaltet. Gleichzeitig wächst die Stiftung kontinuierlich weiter. Neben den beiden Stifterfamilien tragen zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer mit Spenden und Zustiftungen dazu bei, die Friedensarbeit langfristig zu sichern. Ebenso prägen das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder in Kuratorium und Vorstand sowie die Arbeit der Mitarbeitenden in der Geschäftsstelle die Entwicklung der Stiftung. Das Zusammenspiel von finanzieller Unterstützung und persönlichem Einsatz bildet bis heute eine wichtige Grundlage ihrer Arbeit.
Nach dem Eintritt von Raphaela Ertmer in den Ruhestand übernimmt Saida Halep 2015 die Verwaltung der Geschäftsstelle.
Inhaltlich erweitert die Stiftung in diesen Jahren ihr internationales Netzwerk deutlich. Besonders prägend wird die langfristige Unterstützung von Friedens- und Versöhnungsarbeit in den Nachkriegsgesellschaften Südosteuropas. Das Sozialzentrum Fenix und die Zusammenarbeit mit dem Center for Peacebuilding (CIM) in Sanski Most (Bosnien und Herzegowina) stehen beispielhaft für diesen Ansatz. Sie zeigen, dass Versöhnung Zeit braucht: Frieden entsteht dort, wo ehemalige Gegnerinnen und Gegner wieder lernen, als Nachbarinnen und Nachbarn zusammenzuleben. Ergänzt wird diese Arbeit durch neue Partnerschaften in Albanien, Israel und Palästina, Kamerun, Tansania, Kroatien, Chile und weiteren Regionen, in denen sich Menschen für Frieden, Menschenrechte und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen. Darüber hinaus kooperiert die Stiftung mit dem Bremer Geschichtsprojekt "Aus den Akten auf die Bühne" und fördert das Projekt des Arbeitskreises Historische Friedensforschung: "Empörte, Retter, Helfer in der Wehrmacht 1933–45".
Ein besonderer Meilenstein ist die Einführung des Internationalen Bremer Friedenspreises im Jahr 2003, der seitdem alle zwei Jahre verliehen wird. Mit dem Preis macht die Stiftung Friedensarbeit in ihren vielfältigen Formen sichtbar und würdigt Menschen und Initiativen, die sich für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen. Im Laufe der Jahre wurden dabei sehr unterschiedliche Facetten von Friedensarbeit in den Blick gerückt – von Versöhnungsarbeit in Konfliktregionen und dem Einsatz für Kriegsdienstverweigerung über die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in Gewaltkontexten und den Widerstand gegen mafiöse Strukturen bis hin zum Schutz natürlicher Lebensgrundlagen sowie zur Stärkung indigener Gemeinschaften und ihres Wissens.
Die jüngste Phase der Stiftung ist von Kontinuität und Erneuerung zugleich geprägt. Nach 18 Jahren als Vorstandsvorsitzender übergibt Reinhard Jung 2018 den Vorsitz an Anette Klasing. Mit dem Ausscheiden von Wiebke und Reinhard Jung aus Vorstand und später auch aus dem Kuratorium geht eine prägende Ära der Stiftung zu Ende. Erstmals in ihrer Geschichte liegen weder der Vorsitz noch das Schatzmeisteramt in den Händen der Stifterfamilien.
Auch inhaltlich entwickelt sich die Stiftung weiter. Seit 2017 wird der Internationale Bremer Friedenspreis in der Kategorie “Ermutigende Initiativen" erstmals von den Spenderinnen und Spendern der Stiftung ausgewählt. Neue Kooperationen entstehen mit Projekten in Nicaragua, Togo, Bulgarien und mit Initiativen, die Geflüchtete an den Außengrenzen Europas unterstützen. Darüber hinaus engagiert sich die Stiftung verstärkt mit Vorträgen und Gesprächsveranstaltungen im öffentlichen Austausch über Frieden, Krieg und gewaltfreie Konfliktbearbeitung.
Heute arbeitet die Stiftung die schwelle mit Partnerorganisationen in verschiedenen Regionen zusammen. Sie unterstützt Friedensarbeit, Menschenrechte, soziale Teilhabe und nachhaltige Entwicklung und setzt dabei auf langfristige Partnerschaften, lokale Verantwortung und gewaltfreie Konfliktbearbeitung.
Ruth-Christa Heinrichs (1979 – 2000)
Dirk Heinrichs (1979 – 2000)
Urban Bulling (1979 – 2010)
Kristina Bulling (1979 – 2022)
Burkhard Luber (1985 – 2007)
Reinhard Jung (1994 – 2022)
Wiebke Jung (1994 – 2021)
Klaus Schaumann (1994 – 2004)
Claus Bulling (1996 – 2008)
Regine Heuer (2000 – 2009)
Heide Seippel (2001 – 2017)
Jürgen Seippel (2001 – 2017)
Christian Garve (2002 – 2004)
Eva Dumendiak (2002 – 2008)
Jutta Boysen (2004 – 2008)
Benazir Lobo-Bader (2005 – 2008)
Britta Ratsch-Menke (2005 bis heute)
Heike Mahlke (2005 – 2012)
Klaus Körber (2005 – 2013)
Anette Klasing (2007 bis heute)
Rebekka Meyboden (2007 bis heute)
Sonja Priebs (2008 – 2009)
Petra Titze (2008 bis heute)
Jenny Kauther (2008 bis heute)
Rosmarie Klesse (2009 – 2016)
Susanne Korhammer (2009 bis heute)
Marius Pötting (2009 – 2013)
Beate Löwe-Navarro (2011 bis heute)
Eckart Behm (2012 – 2024)
Hannes Menke (2012 bis heute)
Markus Schmidt-Gröttrup (2014 – 2024)
Thomas Joppig (2015 bis heute)
Elke Kinder-Bomhoff (2017 – 2022)
Heinz Bomhoff (2017 – 2022)
Christiane Mache (2018 – 2021)
Birgit Volmerg (2020 bis heute)
Bärbel Ludewig (2021 bis heute)
Johanna Zschornack (2022 bis heute)
Heinrich Theilmann (2022 bis heute)
Aissatou Bouba (2023 bis heute)
Angelika Moriz (2023 bis heute)
Çetin Gürer (2025 - 2026)