Ana Raffai, eine der Organisatorinnen und Projektpartnerin der schwelle, drückte in ihrer Begrüßung den Wunsch aus, dass die Konferenz dazu beitrage, in uns allen selbst und gemeinsam den Willen und den Mut zum Frieden zu finden und unsere Spiritualität für einen gewaltfreien Widerstand zu stärken. Zentrale Basis der Konferenz bildete der Austausch und die gemeinsame Reflexion der gehörten Vorträge. Nachhaltig beeindruckend waren die Wärme und das Verständnis, mit dem jeder Beitrag wertgeschätzt wurde. Gesichtsausdrücke oder Äußerungen zeigten in vielen Momenten, dass auch 30 Jahre nach Beendigung des Jugoslawienkrieges die Verletzungen präsent sind. In diesem Kontext waren Umarmungen und Herzlichkeiten zwischen den ehemaligen Kriegsgegner:innen sehr berührend.
Die Vorträge boten ein breites Themenspektrum. Beginnend mit einer Problemanalyse des erstarkenden Militarismus in Verbindung mit einer zunehmenden sozialen Unterdrückung, wurde im Weiteren die aktuelle populistische Politik dargestellt, die einer pluralistischen und gerechten Gesellschaft entgegensteht.
Einen großen Wert legte die Konferenz auf den interreligiösen Dialog. So wurden theologische Grundlagen zur Stärkung von Spiritualität, Willen und Mut für einen gewaltfreien Widerstand sowohl aus christlicher als auch aus muslimischer Sicht dargestellt.
Als zentrale Frage widmete sich die Konferenz der Frage des Vergebens und Vergessens aus theologischer, philosophischer und psychologischer Sicht.
Den Abschluss bildete die theoretische Darstellung von Konzepten zum gewaltfreien Widerstand und zur Friedenslogik gefolgt von guten Beispielen aus der Region, zum einen die gewaltfreien Proteste der serbischen Student:innen, zum anderen mehrere Beispiele aus Bosnien.
Bewegend war der Austausch mit serbischen Student:innen der theologischen Fakultät in Belgrad. Beeindruckend schilderten sie ihre konsequent gewaltfreien Protestaktionen. Sie mussten lernen, mit Repressalien umzugehen, die von der Androhung eines Berufsverbots durch den Patriarchen über den Rausschmiss aus dem Wohnheim bis hin zu gewaltsamen Störaktionen reichen, die die Gewaltfreiheit ihrer Aktionen untergraben wollten. Abschließend machten die Student:innen deutlich, wie viel Stärke sie aus den gemeinsamen Aktionen gewonnen haben und dass sie das verlorene Studienjahr nicht bereuen.
Die gemeinsame Proklamation als Ergebnis der Konferenz zeigt das Engagement der Teilnehmer:innen: „Wir rufen einander, aber auch unsere politischen und religiösen Führer dazu auf, Verantwortung für die Welt zu übernehmen, die wir künftigen Generationen hinterlassen, junge Menschen zu unterstützen, wenn sie sich gegen Gewalt und Ungerechtigkeit wehren, die Schwachen und Schutzbedürftigen zu schützen, den Anderen kennenzulernen und nach unserem Gewissen zu leben. Wir tun dies nicht nur mit Worten, sondern auch mit unserem Beispiel!“
schwelle Projektpartner RAND

