Internationaler Versöhnungsbund: Frieden durch Gewaltfreiheit

Der Internationale Versöhnungsbund verbindet Friedensbildung, politische Einmischung und gewaltfreies Engagement. Er setzt sich für Abrüstung, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit ein und zeigt, wie Widerstand gegen Gewalt und Unrecht ohne Gegengewalt möglich ist.

Der Internationale Versöhnungsbund (IFOR/Versöhnungsbund) ist eine der ältesten gewaltfreien Friedensorganisationen der Welt. Er wurde 1914 als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg gegründet und setzt sich seit dem für eine Welt ohne Krieg, Unterdrückung und strukturelle Gewalt ein – durch gewaltfreie Konfliktbearbeitung, Friedensbildung und die Förderung von Versöhnung. Als deutscher Zweig des International Fellowship of Reconciliation (IFOR) verbindet er lokale Initiativen mit globaler Vernetzung und trägt so zu einer Kultur des Friedens bei.

Im Mittelpunkt steht die Überzeugung, dass Gewalt keine nachhaltige Lösung für Konflikte ist. Der Versöhnungsbund beschäftigt sich deshalb mit gewaltfreier Konfliktbearbeitung, zivilem Widerstand, Friedensbildung und der Frage, wie Gesellschaften ohne militärische Gewalt für Sicherheit sorgen können. Auch Abrüstung, Kriegsdienstverweigerung und die kritische Auseinandersetzung mit Militarisierung gehören zu seinen Arbeitsfeldern.

Frieden praktisch gestalten

Wie diese Arbeit konkret aussieht, zeigt der FriedensWeg 2026 „Atomwaffen weg!“. In mehreren Etappen führt er von Köln zum Fliegerhorst Büchel, wo weiterhin US-amerikanische Atomwaffen lagern. Organisiert wird der FriedensWeg vom Initiativkreis gegen Atomwaffen gemeinsam mit der Regionalgruppe Cochem-Zell des Versöhnungsbundes. Mit gemeinsamen Aktionen, Gesprächen und öffentlicher Präsenz verbindet die Initiative politische Forderungen mit konkretem gewaltfreiem Engagement. Gefordert werden unter anderem der Abzug der Atomwaffen aus Deutschland und der Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag. Eine weitere Etappe ist für den 26. September 2026 geplant.

Auch gesellschaftliche Konflikte und die Gefährdung demokratischer Werte sind Gegenstand der Arbeit. Bei der Jahrestagung 2026 setzte sich der Versöhnungsbund mit der Frage auseinander, wie Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit angesichts zunehmender Polarisierung und rechtsextremer Bedrohungen verteidigt werden können. Im Mittelpunkt stand dabei die Möglichkeit gewaltfreien Widerstands. Rund 170 Menschen nahmen an der Tagung teil.

Gewaltfreiheit weiterdenken und weitergeben

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von Friedensarbeit und Theologie. In der Kommission Friedenstheologie und im internationalen Netzwerk des Versöhnungsbundes wird danach gefragt, welche Bedeutung Gewaltfreiheit für Kirchen und Christinnen und Christen heute hat. Dabei geht es auch um die Auseinandersetzung mit Krieg und Frieden, um Versöhnung und gewaltfreien Widerstand sowie um die Entwicklung friedensethischer Perspektiven.

So verbindet der Versöhnungsbund politische Aktionen mit Bildungsarbeit, persönlichem Engagement und internationaler Vernetzung. Er schafft Räume, in denen Menschen gemeinsam lernen, sich gegenseitig stärken und nach gewaltfreien Antworten auf aktuelle Konflikte suchen.

Die Arbeit des Versöhnungsbundes zeigt: Frieden ist kein Zustand, sondern ein Weg – der mit Mut, Kreativität und gewaltfreiem Widerstand gangbar wird.

Die Website des Internationalen Versöhnungsbundes, deutscher Zweig, finden Sie hier: Versöhnungsbund

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INFO

Land:
Deutschland

Thema:
Konfliktbearbeitung / Versöhnung / Bildung

Gründung:
1914 (international) 1919 (deutscher Zweig)

Zusammenarbeit seit:
2026

Webseite:

 

 

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