Der Gründer von Peace of Art schafft seit 2016 Räume für Dialog, Versöhnung und gewaltfreie Konfliktlösung – in einer der am stärksten vernachlässigten und konfliktbelasteten Regionen des Libanon. Mit kreativen Methoden fördert er Begegnung über religiöse und soziale Grenzen hinweg und setzt ein Zeichen gegen Hass, Radikalisierung und Ausgrenzung.
Mahdi Yahya aus dem Libanon ist Gründer und Vorsitzender der Organisation Peace of Art (PoA), die 2016 ins Leben gerufen wurde. Die Initiative arbeitet basisnah und nutzt Kunst, Bildung und Sport, um gesellschaftlichen Spaltungen entgegenzuwirken. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Diskriminierung, Konflikte, sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt, Sektierertum, Radikalisierung sowie Hassrede. Ziel ist es, insbesondere jungen Menschen Möglichkeiten zu geben, sich kreativ auszudrücken und über soziale, religiöse und generationelle Grenzen hinweg in Austausch zu treten.
Yahyas Engagement wurzelt in seiner eigenen Biografie. Aufgewachsen in der strukturschwachen und konfliktgeprägten nördlichen Bekaa-Region erlebte er Diskriminierung und gesellschaftliche Polarisierung. Musikunterricht oder kulturelle Angebote waren dort kaum vorhanden. Diese Erfahrungen führten ihn zu der Überzeugung, dass Kunst und Sport eine gemeinsame Sprache schaffen können, die gesellschaftliche und politische Barrieren überwindet.
Peace of Art organisiert geschützte Räume, in denen professionell ausgebildete Moderatorinnen und Moderatoren mit Musik, Theater, Film, Fotografie und bildender Kunst arbeiten. Ergänzt werden diese Formate durch Sport- und Digitalprojekte. Die Programme vermitteln Prinzipien des friedlichen Zusammenlebens, Respekt vor Vielfalt und gewaltfreie Konfliktlösung. Ein Leitgedanke der Organisation lautet: „Give a musical instrument instead of a weapon.“ Damit verbindet Yahya die Überzeugung, dass kreative Ausdrucksformen Hass und Extremismus wirksam entgegenwirken können.
Seit der Gründung hat PoA nach eigenen Angaben mehr als 5.000 junge Menschen, Frauen und marginalisierte Gruppen in über 600 Workshops, Dialogformaten und Initiativen erreicht. Die Aktivitäten fanden im Libanon sowie auf internationalen Plattformen statt. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten wie gesellschaftlicher Skepsis, fehlender institutioneller Unterstützung und Problemen bei der rechtlichen Registrierung hielt Yahya an seinem Ansatz fest.