In einem sehr persönlichen Bericht mit zahlreichen Fotos schildert er die Eindrücke von seinem Aufenthalt in Bremen anlässlich der Verleihung des Internationalen Bremen Friedenspreises 2026. Dabei verbindet er seine eigene Lebensgeschichte mit den Erlebnissen während der Friedenspreiswoche.
Mahdi Yahya wuchs im Norden der Bekaa-Ebene im Libanon auf und erlebte die Folgen des Bürgerkriegs und anderer Konflikte hautnah. Diese Erfahrungen führten zu seiner Entscheidung, sich nicht von Gewalt bestimmen zu lassen, sondern sich für Frieden einzusetzen. So entstand die Organisation Peace of Art, die Kunst, Kultur, Musik, Sport und Bildung nutzt, um insbesondere junge Menschen zusammenzubringen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.
Die Auszeichnung mit dem Internationalen Bremer Friedenspreis 2026 versteht Mahdi Yahya nicht als persönlichen Erfolg, sondern als Anerkennung für die Arbeit aller Mitarbeitenden, Freiwilligen und Partner seiner Organisation. Für ihn beinhaltet der Preis die Botschaft, dass Menschen, die in Konfliktregionen aufwachsen, dennoch den Weg des Friedens wählen können.
Während seines Aufenthalts in Bremen erlebt er die Gastfreundschaft durch die Stiftung die schwelle und ihre Mitglieder. Zahlreiche Begegnungen mit engagierten Menschen, Besuche in Schulen, Museen, Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft zeigen ihm, wie wichtig Dialog, Bildung und kultureller Austausch für eine friedliche Gesellschaft sind.
Besonders eindrucksvoll waren für ihn die offenen Diskussionen mit Schülerinnen und Schülern über Demokratie, Frieden und gesellschaftliche Verantwortung, der Austausch mit Menschen unterschiedlicher kultureller und religiöser Herkunft, die Rolle von Kunst und Musik als Mittel zur Verständigung, sowie die herzliche Aufnahme durch seine Gastgeber:innen, die ihm das Gefühl geben, nicht als Gast, sondern als Teil einer Gemeinschaft willkommen zu sein.
Ein bewegender Moment ist die Begegnung mit einer libanesischen Schülerin in Bremen, die nach einer Präsentation über Peace of Art sichtlich berührt auf ihn zukommt. Ihre Reaktion macht ihm deutlich, wie wichtig Hoffnung und positive Vorbilder für Menschen aus Krisengebieten sind.
Die feierliche Verleihung des Friedenspreises im historischen Bremer Rathaus bildet den Höhepunkt der Reise. Beim Empfang des Preises denkt Mahdi Yahya an den langen Weg von den bescheidenen Anfängen seiner Organisation bis zur internationalen Anerkennung. Er widmet die Auszeichnung allen Menschen, die Peace of Art über die Jahre unterstützt haben, und sieht darin zugleich eine positive Repräsentation des Libanon – nicht als Land der Krisen, sondern als Land von Kreativität, Hoffnung und Friedensarbeit.
Am Ende des Aufenthalts wird ihm bewusst, dass – über den Preis hinaus – die neu entstandenen Freundschaften, die inspirierenden Begegnungen und das gegenseitige Vertrauen zu den wichtigsten Aspekten seiner Reise gehören. Er verlässt Bremen mit der Überzeugung, dass nachhaltige Friedensarbeit vor allem durch menschliche Beziehungen, Dialog und gemeinsame kulturelle Erfahrungen entsteht.
