Bedrohter Diskurs - Deutsche Stimmen zum Ukrainekrieg

Schon im vergangenen Jahr 2023 veröffentlichte der Donat-Verlag gemeinsam mit Hermann Theissen einen Sammelband mit vielen Textes namhafter und weniger bekannetr Autoren zum Ukrainekrieg, mit unterschiedlichen und auch kontroversen Standpunkten, denen wir nicht immer zustimmen können. Trotzdem oder gerade deshalb ist er lesenswert.

Die deutsche veröffentlichte Debatte über den Ukrainekrieg ist weitestgehend geprägt von Kriegsbefürwortung und -propaganda, vermehrten Waffenlieferungen, Feindbilddenken, Russenfurcht und Schwertglauben. Ein offener Diskurs, der die unterschiedlichen Auffassungen und gegensätzlichen Argumente gleichberichtigt nebeneinander zur Sprache bringt, findet nur selten statt. In den großen Zeitungen, im Rundfunk und im Fernsehen sind nur selten Standpunkte vertreten, die dem politischen Mainstream widersprechen und der Haltung großer Bevölkerungskreise eine Stimme geben.
Insgesamt 57 Autorinnen und Autoren zu Wort (u. a. Franz Alt, Detlef Bald, Peter Brandt, Maria Buchwitz, Peter Bürger, Christoph Butterwegge, Jochen Cornelius-Bundschuh, Wolfgang Däubler, Eugen Drewermann, Leo Ensel, Ute Finckh-Krämer, Guide Grünewald, Tessa Hofmann, Margot Käßmann, Jutta Kausch-Henken, Elmar Klink, Dietmar Köster, Gabriele Krone-Schmalz, Ekkehard Lentz, Klaus Moegling, Michael Müller, Heribert Prantl, Clemens Ronnefeldt, Jürgen Rose, Walter Ruffler, Hans-Eberhard Scherer, Michael Schmid, Michael von der Schulenburg, Joachim Schuster, Peter Sörgel, Heike Springhart, Johano Strasser, Günter Verheugen, Hermann Vinke, Kathrin Vogler, Sahra Wagenknecht, Max Weber, Wolfram Wette, Angelika Wilmen, Andreas Zumach). Sie verdeutlichen, was sich im bisherigen Diskurs kaum artikulieren ließ. Dazu gehört, dass mit dem Meinungsstreit, von alten wie neuen Kalten Kriegern forciert, eine Militarisierung der Gesellschaft einhergeht, dass kein Krieg mit Waffen beendet werden kann, sondern dass es darauf ankommt, den Krieg durch Verhandlungen zu beenden, um weiteres Blutvergießen und Elend zu verhindern und zu einer Politik gemeinsamer Sicherheit und der Entspannung zurückzukehren, die nicht den Krieg, sondern den Frieden als „Ernstfall“ begreift.

 

 

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