Combatants for Peace: Wasser heißt Leben

Oktober 2021: Unsere israelischen und palästinensischen Partner ‚Combatants for Peace’ setzen sich für eine gerechte Wasserversorgung ein. Israelische Friedensaktivisten haben für eine gerechte Wasserversorgung im Nahen Osten demonstriert. Mit einem Marsch im südlichen Westjordanland machten sie darauf aufmerksam, dass viele Palästinenser dort von Wasserquellen abgeschnitten seien. Auch viele Palästinenser beteiligten sich an dem Protest. Insgesamt waren es mehrere hundert.

Unsere Partner schrieben in einem Rundbrief dazu:

Liebe Freunde,
sechs unserer Aktivisten wurden verletzt und sieben weitere verhaftet, als sie einer palästinensischen Familie im Dorf Al-Tuwani in den südlichen Hebron-Bergen Wasser lieferten. Das Militär stoppte unseren Konvoi mit dem Wassertank, indem es Tränengas und Blendgranaten auf die Wasserlieferanten schoss. Einer der verhafteten Aktivisten ist Tuly Flint (Foto unten).

Und warum? Weil das Dorf nur dienstags, mittwochs und donnerstags Wasser bekommen darf - und heute ist Freitag.

Das israelische Militär bzw. die Regierung erlaubt dem Dorf keinen Zugang zu fließendem Wasser. So sind die Dorfbewohner gezwungen, Wasser in teuren Krügen zu kaufen... aber nur begrenztes Wasser an begrenzten Tagen. Da der Zugang zu Wasser so begrenzt ist, haben viele Familien Schwierigkeiten, Wasser zum Trinken, Kochen, Reinigen ihrer Häuser, Füttern ihres Viehs oder ihrer Bauernhöfe oder sogar zum Baden zu bekommen.

Ohne Wasser können wir nicht überleben. Das Gerechtigkeitsgefälle zwischen Israelis und Palästinensern ist eklatant: Jede israelische Siedlung - ob mit oder ohne Genehmigung der israelischen Regierung gebaut - wird sofort an das Wassernetz angeschlossen und mit fließendem Wasser versorgt. Viele palästinensische Dörfer in denselben Gebieten (von denen viele schon seit Hunderten von Jahren bestehen) sind jedoch nicht an das Wassernetz angeschlossen und haben systematisch keinen Zugang zu Wasser. Diese Gemeinden sind gezwungen, überteuertes Wasser in Tanks zu kaufen und auf ungepflasterten Straßen zu transportieren. Dieselben Familien leben unter minderwertigen sanitären und gefährlichen Bedingungen. Letztlich ist diese Politik integraler Bestandteil einer größeren Strategie der Rechten, palästinensische Gemeinden zu verarmen und zu vertreiben, um Platz für eine größere Siedlungsexpansion zu schaffen, wodurch den Palästinensern grundlegende Menschenrechte vorenthalten und sie von ihrem Land vertrieben werden.

Der Zugang zu sauberem fließendem Wasser ist ein grundlegendes Menschenrecht, das für die meisten von uns selbstverständlich ist. Die Aktivisten von Combatants for Peace konnten nicht tatenlos zusehen, wie das Dorf a-Tawani in den südlichen Hebron-Hügeln dem Austrocknen überlassen wurde. Wir organisierten die Lieferung eines Wasserbottichs für eine Familie, die keinen Zugang zu fließendem Wasser hat und darauf angewiesen ist, Regenwasser zum Trinken und Baden zu sammeln. Diese Politik in einer der heißesten und trockensten Landschaften der Erde ist mehr als nur ungerecht, sie ist eine Zermürbungsmethode.

Als Bewegung sind wir Kritik, Hass und gelegentlich auch Drohungen ausgesetzt, aber was wir an diesem Freitag in den südlichen Hebron-Bergen erlebt haben, geht über das hinaus, was wir tolerieren könnten oder sollten. Unsere israelischen und palästinensischen Aktivisten machten sich wie immer gemeinsam auf den Weg und wurden mit extremer Gewalt seitens der israelischen Armee konfrontiert. Wir wurden mit Granaten beworfen, verhaftet und ohne Anklage in Gewahrsam genommen und mit extremer Gewalt zu Boden gedrückt und festgehalten. Einer unserer Aktivisten, Eli, liegt nach dem Angriff immer noch im Krankenhaus, die anderen erholen sich zu Hause. Der Offizier, der Eli zu Boden geworfen hat, wurde mit einem "Verweis" entlassen, was einmal mehr zeigt, wie die Armee auf Gewalt reagiert, die von ihren eigenen Leuten ausgeübt wird. Wir werden niemals gegenüber Gewalt desensibilisiert sein, und wir werden diese ungesetzliche Aggression nicht unwidersprochen durchgehen lassen.

Wie immer ist unsere Botschaft einfach - Wasserzugang für alle!

In Frieden und Solidarität aus Israel/Palästina

Ihre Combatants for Peace

Mehr zum schwelle-Projektpartner: Combatants for Peace

 

 

 

Bankverbindung

IBAN:
DE 45 290304 00 00000 94293
BIC (SWIFT)-Code: PLUM DE 29
Bankhaus Carl F. Plump, Bremen

> Zum Spendenformular

       > Newsletter bestellen

 

 

Kontakt

Stiftung die schwelle
Wachmannstraße 79
D-28209 Bremen
Telefon: 0421 - 3032-575

> stiftung[at]dieschwelle.de

> Kontakt